Romanische Kirchen und Synagogen

CKO_20200403_Romanische_Kirchen-Kopie2
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Termin: 29.5.20 19:00
+CulturKirche Oberberg
Em Depensiefen 4
51766 Engelskirchen

Reine Formen
Eine Begegnung mit der Romanik

Der Maler der Steine Alexander Dettmar zeigt ab dem 03.04.2020 seine neuesten Bilder in der Kulturkirche Oberberg. Dettmar, der zu den wichtigsten Architekturmalern der Gegenwart zählt, hat schon viele zusammenhängende „Bildromane“ geschaffen. Er hat sich – ob in Rom oder Mecklenburg – immer für eine gewisse Zeit dem Einfluss einer Region ausgesetzt und eine Reihe von Bildern gemalt. 

In diesem und in dem letzten Jahr hat sich Alexander Dettmar intensiv den reinen Formen der rheinischen Romanik gewidmet. Entstanden ist die Sicht eines kraftvoll abstrahierenden Malers auf diese reduzierte einfache und klare Architekturepoche. St. Nikolaus aus Wipperfürth ist ebenso dabei wie die Kreuzkirche aus Bergneustadt-Wiedenest, die Kirchen von Wiehl-Marienhagen oder Marienberghausen sowie St. Gertrud Morsbach. 

Der Ernst-Barlach-Preisträger Alexander Dettmar hat mit dieser Bilderserie seine Suche nach der einfachen und reinen Form überzeugend fortgesetzt. So meinte eine Besucherin seiner aktuellen Ausstellung auf der Wartburg zu Dettmar: “Sonst müssen die Menschen zu den Bildern gehen, aber Ihre Bilder gehen zu den Menschen.“

ALEXANDER DETTMAR Der Maler Alexander Dettmar wurde 1953 in Freiburg im Breisgau geboren. 1995 erhielt er für sein künstlerisches Werk den Barlach-Preis. Seit seiner ersten Ausstellung „Paradiese des Nordens“ in Güstrow, hat er sich neben vielem anderen immer auch wieder Künstlern wie Ernst Barlach, Lyonel Feininger, Käthe Kollwitz oder Dichtern wie Johann Wolfgang Goethe zugewandt. Zwei Einladungen zu Maleraufenthalten haben ihn in den Feiningerturm der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle und in die Casa di Goethe nach Rom geführt. Seine Werke wurden und werden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in New York, Rom, Brüssel, Budapest, Berlin, Lübeck, Köln, München, Rostock, Schwerin, Quedlinburg, Neubrandenburg und Chemnitz. Ausstellungsorte waren Nationalmuseen und Staatliche Kunstsammlungen, aber immer auch sakrale Räume wie Synagogen, Klöster, Kathedralen und Kirchen. 

Die Ausstellung zeigt eindrücklich und poetisch Synagogen, die vor gut 70 Jahren im Stadtbild u.a. von Magdeburg, Chemnitz, Rostock, Erfurt und Hannover  selbstverständlicher Teil der Nachbarschaft waren.

“Mit den jüdischen Gotteshäusern, die es nicht mehr gibt, male ich auch die Erinnerung an Menschen, die es nicht mehr gibt.” Alexander Dettmar

„Ich glaube an die Kraft der Farben.“ Alexander Dettmar

STIMMEN “Für das emotionale Verständnis der Vergangenheit gibt es kein besseres Zeugnis. Diese Bilder von Synagogen in ihrer Eleganz und Einfachheit repräsentieren gleichermaßen den Verlust kleiner Welten und großer Träume.” Carola Kahn Strauss, Internationale Direktorin des Leo Baeck Instituts New York, 2010

“Dettmar holt [die Synagogen] zurück aus der Grauzone der Geschichte in das Licht der Gegenwart. […] Man möchte sie berühren, über sie streichen, denn die gemalten Wände mancher Synagogen wirken so, als wären sie tatsächlich aus Mauerwerk und Putz zusammengefügt. […] Was die Bilder aber über ihre bloße Äußerlichkleit zu etwas Besonderem macht, ist ihre stille Würde, ihre heimliche Größe, ihre ursprüngliche Kraft.[…] Seine Bilder klagen nicht an, sondern werden zu traurigen Beweisen einer menschengemachten Zerstörungswut, die ihresgleichen sucht. Der Maler ist nur derjenige, der das wieder in Erinnerung ruft. Und das auf eine Art, die mehr berührt als etwas, das die Dinge beim Namen nennt.” Mainzer Echo, 30. April 2013

“Dettmar sucht danach, dem Betrachter die Vielfalt sakraler Architekturen vor Augen zu führen und damit zugleich das Wesen des Heiligen verstehbar zu machen, so beschreibt es Jürgen Doppelstein. Wichtig sei für Dettmar nicht das direkte Abbild, sondern was dahinter sichtbar wird: Wie hat der Mensch zu welcher Zeit gelebt und gearbeitet, was hat er geglaubt, welche Hoffnung hat ihn am Leben erhalten?” Katholische SonntagsZeitung / Bistum Augsburg, 11./12. Juli 2015