MENSCH, WO BIST DU?, 5. April 2019 - 16:00 Uhr

05.04.19 16:00 - 06.04.19 19:00

+CulturKirche Oberberg

Em Depensiefen 4
51766 Engelskirchen (Osberghausen) 
Link: www.culturkirche-oberberg.de

Das Original Hungertuch von Misereor vom 7.4. bis 6.6.2019 in der +CulturKirche Oberberg. Der Maler ist zu betimmten Terminen ebenfalls anwesend.

Das neue MISEREOR-Hungertuch hat der Flensburger Künstler Uwe Appold entwickelt. "Mensch, wo bist du?": Mit dieser Frage sucht Gott die ersten Menschen im Paradies. Uwe Appold lädt uns ein, im Entdecken und Entschlüsseln unsere eigenen Antworten zu finden:

Wo stehst du und positionierst Dich? Wofür stehst du auf?

Wer bist du? Wo zeigst du Gesicht und Zivilcourage?

Leuchtendes Blau, rissige Erde, rot umrandete Steine, ein leuchtend-goldener Ring, ge-heimnisvolle Schriftzeichen, Kreuze und eine rot-blau bekleidete Figur. Die Symbolspra-che des Künstlers Uwe Appold fordert uns zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Bild auf: „Ich erwarte nicht, dass die Betrachtenden alles nachvollziehen, was ich hineingesteckt habe. Ich wünsche mir, dass die Menschen ihre eigenen Geschichten ein-bringen in das, was ich gemalt habe.“ 

DAS BLAU 

Das tiefe und leuchtende Blau steht für das lebensnotwendige Wasser und den unendlichen Himmel. In der christlichen Symbolsprache ist es die Farbe des Glaubens, der Zuverlässigkeit und der Treue. Maria als Mittlerin und Himmelskönigin wird oft mit blauem Mantel dargestellt: Blau verbindet Erde und Him-mel. 

DAS ROT 

Rot steht symbolisch für die Liebe und das Leiden. Gleichzeitig ist es die Farbe des Heiligen Geistes (Pfingsten). 

DIE ERDE 

Die Erde stammt aus dem Garten Gethsemane in Jerusalem, dem Garten, in dem Jesus verhaftet worden ist. Erde trägt diese Vergangenheit in sich und lässt aber auch Neues wachsen. Diese Erde erinnert da-ran, dass unser Planet Heimat aller Geschöpfe ist und uns als Lebensraum anvertraut ist. 

DIE STEINE 

Die Steine waren in der Erde aus Jerusalem enthalten. 12 Steine als Zeichen für die 12 Apostel, die 12 Stämme Israels, die das Land bebauten und die 12 Monate wurden in das Bild hineingesetzt als „Stol-persteine“, an denen wir uns reiben und Entscheidungen reifen lassen können. 

DER RING 

Der Ring als Symbol des Himmels und der Unendlichkeit enthält in sich Anfang und Ende. Er symbolisiert hier Gottes unbedingte Zusage seiner Liebe, die allen Menschen und in besonderer Weise den Ausge-grenzten gilt. Gold ist der wertvollste Grundstoff und drückt Gottes Herrlichkeit aus. 

DAS HAUS 

Unser „gemeinsames Haus“ im Zentrum ruht geborgen in der Liebe Gottes. Es ist unfertig als Zeichen dafür, dass wir alle daran bauen und Lösungen für die derzeitigen Krisen finden müssen. Das Haus ist aus Erde vom Garten Gethsemane geformt. 

DIE SCHRIFT 

Ins Blau hat der Künstler geheimnisvolle Schriftzeichen gesetzt, die wir entschlüsseln können. Sie sind eingerahmt von einem roten Kreuz und den griechischen Anfangsbuchstaben für Jesus Christus: IX. Das Unendlichkeitszeichen ist zur 8 aufgestellt: Gott hat uns als aufrechte Menschen geschaffen, die Verant-wortung übernehmen. 

DIE FIGUR 

Die Figur, Mann oder Frau, ist bekleidet in rot-blaues Textil und nicht mehr nackt wie im Paradies. Sie hat Kontakt zur Erde und öffnet die Arme zum Himmel. So überschreitet sie die Grenzen des Bildes. Die geschwungene Edelstahl-Stange mit eingekerbtem Christus-Zeichen hat die Form einer offenen Schale: der Mensch nimmt Gottes Wort auf und trägt es weiter. In der Zusage der Liebe Gottes wird sein Schatten hell. 

Dr. Claudia Kolletzki, MISEREOR 

Video zum Hungertuch