Das Konzept der +CulturKirche OBERBERG

Weil schon seit einigen Jahren in der Kath. Gemeindekirche St. Mariä Namen Engelskirchen-Osberghausen erfolgreich künstlerisch-religiöse Veranstaltungen durchgeführt werden, kamen Kreisdechant Christoph Bersch und Diakon Patrick Oetterer auf die Idee, hier eine +CulturKirche Oberberg zu gründen. Diese Überlegungen fanden Rückhalt u. a. bei Gläubigen aus der Gemeinde, bei politischen Vertretern der Gemeinde Engelskirchen und Kulturschaffenden aus Oberberg und darüber hinaus.

Unter voller Beibehaltung dieser Kirche als einem gottesdienstlichen Ort soll darüber hinaus ein künstlerisch-kreatives Angebot aus christlicher Perspektive geschaffen werden, das in den Oberbergischen Kreis ausstrahlt. Das Gespräch mit kulturell-künstlerisch Schaffenden und Interessierten soll gesucht werden, für die christlich-religiöse Fragen grundlegend und eine echte Herausforderung und Bereicherung sind. 

Diese Grundüberlegungen wurden mit folgenden Personen zur +CulturKirche Oberberg weiterentwickelt: Kreisdechant Christoph Bersch, Diakon Patrik Oetterer, Martin Kuchejda (Halle 32, Gummersbach), Dr. Bernhard Wunder (Katholisches Bildungswerk Oberberg)

Die Idee

„Zusammenfließen“ sollen an diesem Ort Gedanken, Werke und Darbietungen von Kreativen, Künstlern, Christen und Besuchern. Formen und Inhalte christgläubiger und künstlerischer Traditionen sollen u. a. mit der Avantgarde zusammentreffen. Menschen werden so auf sich selbst und ihr Zusammenleben als ein Geheimnis Gottes gestellt. Eingeladen sind insofern „alle Menschen guten Willens“, die sich neugierig in diese Auseinandersetzungeinlassen. Die +CulturKirche Oberberg sind darin ihren Beitrag unsere Gesellschaft in die Begegnung von Spiritualität und Kultur zu stellen, um nicht zuletzt geistlich-geistige, politisch-soziale und humane Gesichtspunkte der Zukunft zu fördern.

 

Die Konstitution Gaudium et spes 1 (II. Vatikanisches Konzil 1962-1965) öffnet der +CulturKirche Oberberg den Weg. Dort heißt es: „In der Person des Menschen selbst liegt es begründet, dass sie nur durch Kultur, das heißt durch die entfaltende Pflege der Güter und Werte der Natur, zur wahren und vollen Verwirklichung des menschlichen Lebens gelangt (53) … Auf ihre Weise sind auch Literatur und Kunst für das Leben der Kirche von großer Bedeutung. Denn sie bemühen sich um das Verständnis des eigentümlichen Wesens des Menschen, seiner Probleme und seiner Erfahrungen bei dem Versuch, sich selbst und die Welt zu erkennen und zu vollenden; sie gehen darauf aus, die Situation des Menschen in Geschichte und Universum zu erhellen, sein Elend und seine Freude, seine Not und seine Kraft zu schildern und ein besseres Los des Menschen vorausahnen zu lassen. So dienen sie der Erhebung des Menschen in seinem Leben … Auch die neuen Formen der Kunst, die gemäß der Eigenart der verschiedenen Völker und Länder den Menschen unserer Zeit entsprechen, sollen von der Kirche anerkannt werden.“ ( 62)

Aufgabe und Stellenwert der +CulturKirche Oberberg

Die Kultur-Kirche Oberberg weiß sich tief verankert in unserer westlichen Kultur, der sie sich mit den in ihr lebenden Menschen verpflichtet weiß:

„Die katholische Kirche versteht ihr musisch-ästhetisches Engagement als Dienst vor Gott und Dienst am Menschen. Deshalb sind katholische Kulturangebote nicht kommerziell, partizipativ und werteorientiert. … Vor allem im ländlichen Raum stellt die Kulturarbeit der Kirchengemeinden eine … Möglichkeit dar, aktiv am kulturellen Leben teilzunehmen. Die Kirche trägt Verantwortung für Erhalt und Pflege eines jahrtausendealten Kulturerbes. Das verpflichtet sie aber nicht nur dazu, dieses Erbe auf professionelle Weise zu bewahren, sondern es auch geistig zu erschließen. Damit leistet sie einen Beitrag für das 'kulturelle Gedächtnis' Europas, von dem alle Mitglieder der Gesellschaft profitieren.“ 2

Der Kirch-Ort

Die +CulturKirche Oberberg wird anSt. Marien Namen in Engelskirchen-Osberghausen gegründet. Sie liegt in der Nähe des Zusammenflusses von Wiehl und Agger, ungefähr in der Mitte des Oberbergischen Kreises und zugleich verkehrstechnisch günstig, auch durch die Anbindung an die A4 nach Köln und Olpe.

Der Kirchraum verfügt über eine gute Akustik, bietet ca. 200 Personen einen Sitzplatz, nimmt aber auch bei gottesdienstlichen Feiern bis zu 350 Besucher auf. Das nebenstehende Pfarrheim ist immer schon ergänzender Begegnungsraum bei jeglicher Art von Veranstaltungen gewesen und fasst ca. 100 Personen. Die +CulturKirche Oberberg setzt den Erhalt beider Gebäude als einer Funktionseinheit voraus. Um diese zu erhalten, hat sich der „Förderverein der Pfarrgemeinde Osberghausen e.V.“ gegründet. Die +CulturKirche Oberberg kooperiert mit dem Förderverein.

St. Mariä Namen selbst gehört zur Pfarrgemeinde St. Jakobus Ründeroth, die an einem alten Pilgerweg liegt, der entlang der Agger von Ost nach West auf Köln hin verläuft. Im Mittelalter und auch heute wieder wird dieser Weg vermehrt genutzt, in Santiago de Compostela/Finisterre (Spanien) hat er sein Ziel. Die Kirche wurde 1938 in Eigenleistung durch einsatzfreudige und bekennermutige Katholiken errichtet, was unter der Herrschaft der Nationalsozialisten auch im Oberbergischen nicht ungefährlich war. Diese beiden markanten Wegmarken - die Lage am Zusammenfließen beider Flüsse und die Lage an dem alten Pilgerweg nach Santiago de Compostela - sollen die +CulturKirche Oberberg inhaltlich leiten mit Konzert-Lesungen, Ausstellungen, Workshops Performances, Installationen uvm.

Avantgarde trifft Tradition

Seit Jahren finden Konzert-Lesungen in dieser Kirche statt, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Ein Kreis engagierter Gläubiger, die diese Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem „Förderverein der Pfarrei St. Mariä Namen e. V.“ durchführen, hat die Kirche bereits zu einer Begegnungsstätte von Weltliteratur geistlicher Glaubensgrößen und avantgardistischer Musik gemacht. Dieses inspirierende Zusammentreffen wird die +CulturKirche Oberberg fördern.

Auf der Seite der Künstler gehören bereits heute schon namhafte Musiker und Schauspieler aus dem In- und Ausland zu diesem Kreis, die teils international renommiert und vernetzt sind. Die geistlichen Impulse z. B. aus den Konzert-Lesungen werden anschließend in der Begegnung mit den Künstlern bei einem Imbiss im Pfarrheim vertieft und in eine persönliche Begegnung geführt.

Die Programmatik

Die Auseinandersetzung mit bedeutsamen Texten, Bildern, Kompositionen, Performances, Installationen, Vorträgen etc. namhafter Künstler und geistiger Größen eröffnen dem Besucher Inspiration und einen Erfahrungsraum. 

Die thematische und praktische Erweiterung der Auseinandersetzungsmöglichkeiten, die sich auf alle sozial-historisch-politisch-kulturell-künstlerischen Fragestellungen an kreativ-künstlerischer, freier und offener Ausdrucksmöglichkeiten beziehen, geschieht in einer konstruktiven Atmosphäre, in der angemessene Provokationen im wörtlichen Sinne von Einspruch einlegen, aufrufen, herausfordern und hervorrufen eingeschlossen sind.

Die Kirche als liturgisch-gottesdienstlicher Ort der Gemeinde bleibt erhalten. Die dargestellte konzeptionelle Erweiterung geschieht unter Berücksichtigung des christlichen Glaubens- und Menschenbildes.

Das Programm der +CulturKirche Oberberg soll auch durch Spenden weitgehend getragen werden, wozu beispielsweise der einfache Imbiss nach den Veranstaltungen wird aus dem Haushalt der Gemeinde bestritten.

Der Trägerkreis und Kooperationspartner

Ein Trägerkreis +CulturKirche Oberberg hat sich am 29. November 2016 gegründet. Kooperationspartner sind der bestehende „Förderverein St. Mariä Namen Osberghausen e.V.“, das Katholische Bildungswerk im Oberbergischen Kreis, der Kreiskatholikenrat, die Ökumene Engelskirchen/Ründeroth, die Halle 32 Stadt Gummersbach, die Oberbergische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V., die Gemeinde Engelskirchen und die Caritas Oberberg.

Dem Trägerkreis selbst gehört der Kreisdechant des Oberbegischen Kreises, der Pfarrer des Seelsorgebereiches Engelskirchen und Gläubige aus den Gemeinden St. Mariä Namen Osberghausen und St. Jakobus Ründeroth an.

Die sich am 29. November 2016 konstituierende Arbeitsgruppe besteht aus Dr. Bernhard Wunder (Kath. Bildungswerk Oberberg, Martin Kuchejda (Halle 32 Stadt Gummersbach) und Diakon Patrick Oetterer (St. Mariä Namen Osberghausen). Das Bildungswerk trägt einen wesentlichen Teil zur Planung, Verwaltung und Finanzierung der Veranstaltungen (Konzerte, Diskussionsrunden, Vorträge, Ausstellungen, Performances …) bei.

 

Kreisdechant Pastor Christoph Bersch, Diakon Patrick Oetterer, Dr. Bernhard Wunder, Martin Kuchejda

 

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Anmerkungen 

[1] Pastorale Konstitution GAUDIUM ET SPES (GS). Über die Kirche in der Welt von heute, 22.

[2] Die Zitate sind entnommen: Kultur als Aufgabe für Staat und Kirche. Zur Förderung der dezentralen und pluralen Kultur in Deutschland. Eine Erklärung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bonn 1999, unter: www.dbk.de/katholische-kirche/katholische-kirche-deutschland/aufgaben-kath-kirche/kunst-kultur/. Vgl. auch: Kirche und Kultur. Dokumentation des Studientages der Herbst-Vollversammlung 2006 der Deutschen Bischofskonferenz. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007, Arbeitshilfen 212; Inszenieren – Inspirieren – Konfrontieren. Potentiale zwischen Kirche und Theater. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Bonn 2011, Arbeitshilfen 254; Brief von Papst Johannes Paul II. an die Künstler 1999, unter: www.vatican.va; Papst Johannes Paul II., Ansprache an die Künstler und Publizisten im Herkulessaal in München am 19. November 1980, unter: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/verlautbarungen/ VE_025A.pdf; Päpstlicher Rat für die Kultur, Für eine Kulturpastoral, Città del Vaticano 1999.